Friday, September 25, 2015

Rezension: Jeden Tag ein bisschen mehr von Louisa Reid

Der Insidertipp für alle, die mitreißende, außergewöhnliche Bücher lesen wollen.

„Ich bin dreimal gestorben, bevor ich das Alter von fünf Jahren erreicht habe. Vielleicht ist ‚krank‘ mein gesund.“

Audrey ist nicht wie andere Mädchen. Sie hat keine großen Träume, sondern wünscht sich einfach nur ein normales Leben. Als sie mit ihrer Mutter und dem jüngeren Bruder in ein abgelegenes Haus zieht, nimmt sich der Nachbarsjunge Leo der Neuankömmlinge an. Doch mit Audreys Körper scheint irgendwas nicht zu stimmen. Audrey ist krank, ohne dass ihre Krankheit einen Namen hat. Ihre Mutter und ihr Bruder wollen ihr Bestes, doch was ist das Beste? Für sie? Für die Familie?


Buchdetails:


Louisa Reid

Jeden Tag ein bisschen mehr

Hardcover
Aus dem Englischen von Birgit Maria Pfaffinger
Preis € (D) 16,99 | € (A) 17,50
ISBN: 978-3-8414-2229-3
voraussichtlich ab dem 24.09.2015 im Buchhandel

Quelle: S. Fischer Verlage

Meine Gedanken zum Buch:

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich bereits ein Buch über ein Mädchen namens Audrey gelesen, das an Depressionen litt, und zwar Schau mir in die Augen, Audrey. Dennoch könnten diese beiden Bücher kaum unterschiedlicher sein. Während Sophie Kinsellas Buch witzig war und mich trotz des ernsten Themas zum Lachen gebracht hat, ist Louisa Reids Roman sehr melancholisch und rührt einen zu Tränen. Denn auch wenn man am Anfang glaubt, dass Jeden Tag ein bisschen mehr ein weiteres Jugendbuch über Depressionen ist, so merkt man schnell, dass es in diesem Roman um so viel mehr geht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr poetisch und verträumt, und durch die wunderschönen Metaphern gelingt es Louisa Reid eine düstere Atmosphäre zu kreieren. So schafft die Autorin es von Anfang an, die Leser in ihren Bann zu ziehen. Ich wollte unbedingt mehr über Audrey und ihre Krankheit erfahren, über ihre Vergangenheit und über ihre Familie. Ich habe allerdings schnell gemerkt, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, deshalb war das Ende der Geschichte gar keine Überraschung mehr für mich. Wer aufmerksam liest, wird schnell hinter die Wahrheit kommen und sich zusammenreimen können, was es nun wirklich mit Audreys Krankheit auf sich hat. Trotzdem war Audreys Geschichte für mich bis zum Ende packend, denn ich habe mit ihr mitgefiebert und wollte wissen, wie alles für sie ausgehen wird. Denn ich habe Audrey und ihren kleinen Bruder sehr ins Herz geschlossen, und deshalb wollte ich natürlich, dass es ihnen gut geht.

Leo fand ich als Protagonist auch ganz toll, allerdings war ich der Meinung, dass er mehr für Audrey hätte kämpfen müssen. Was mir auch nicht so gut gefallen hat, war, dass Audrey sich kaum gewehrt hat und deshalb fand ich ihre Geschichte daher manchmal sehr unglaubwürdig. Allerdings weiß ich nicht, wie Menschen in ihrer Situation normalerweise reagieren. Ich weiß nicht, wie ich mich in solch einer Situation verhalten würde, hätte ich dasselbe wie sie erlebt. Von daher ist dies nur ein kleiner Kritikpunkt und insgesamt war Audreys Geschichte so rührend und erschreckend, dass sie die eben erwähnten Minuspunkte mehr als wettmacht.

Denn Jeden Tag ein bisschen mehr ist ein außergewöhnlicher Jugendroman mit Tiefgang, es ist ein gruseliger psychologischer Thriller, der einen zum Nachdenken anregt und Emotionen in einem weckt. Ich will nicht allzu viel verraten, denn ich will euch nicht spoilern, aber ich empfehle dieses Buch wirklich allen weiter. Es hat mich von der Thematik her ein bisschen an Jane Eyre erinnert, meinem absoluten Lieblingsklassiker, denn auch dort geht es um psychische Erkrankungen.

Mich hat jedenfalls Jeden Tag ein bisschen mehr positiv überrascht und daher will ich auch Louisa Reids Debütroman, In deinem Licht und Schatten bald lesen.

Rating:

4,5 von 5 Sternen

Anmerkung: Ich möchte mich sehr gerne bei S. Fischer Verlage für das tolle Rezensionsexemplar bedanken!

Andreea

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